Die Filzmooser Perchten

November 30, 2015  •  Kommentar schreiben

Ende November dürfte ich die "Filzmooser Perchten" fotografieren, einer der älteste Krampus- & Perchtengruppe in Salzburg!
So viele (über 70!) wunderschönen, handgeschnitzten Larven aus Zirbenholz mit Widder- oder Ziegenbockshörnern sieht man nicht oft.
Die Nikolaus- und Engelkostüme werden nach alten Vorlagen ausgesucht und von der Schneiderei des Salzburger Landestheaters angefertigt. Jedes Mitglied muss sich selbst um die Ausrüstung kümmern, welches aus einer Zirbenmaske, einem Anzug aus Schaf- oder Ziegenfell, Schellen und einem Pferdeschweif besteht. Es wurde festgelegt, dass keine "neumodernen" Masken und auch keine ausländischen Hörner verwendet werden dürfen.

Die Filzmooser PerchtenDie Filzmooser Perchten

Perchten in Salzburg.
In der Nacht vor Dreikönig pochen in vielen Salzburger Dörfern finstere Gestalten an die Haustüren. Die Perchten gehen um ... Der Perchtenlauf als Brauch vor Dreikönig hat sich bis heute gehalten!
Mit ihren aufwendig geschnitzten Holzmasken und schön gefertigten Kostümen ziehen sie durch die Orte. Ihre Rituale unterscheiden sich gebietsweise.

Perchtlarve der Filzmooser PerchtenPerchtlarve der Filzmooser Perchten

Percht - was ist das?
Der eigentliche Name Percht leitet sich von "Frau Bercht" ab. Die Percht gilt als Schicksalsfrau und als Seelenbegleiterin.
In ihrem Gefolge befinden sich ungetaufte Kinder. So übt sie sozusagen Kontrolle aus und achtet auf Ordnung. In dieser Funktion erscheint sie zum Jahreswechsel bereits im Mittelalter. Ab dem 16. Jahrhundert wurde ihr Name auf die begleitenden Teufelsgestalten übertragen. 

Ein typisches Merkmal der Schiachpercht im Gegensatz zu einer Krampusmaske besteht darin, dass sich auf dem Haupt der Percht mindestens zwei Paar Hörner befinden. Ebenso wie die Percht keinen Schweif und keine Ruten aus Weiden mit sich trägt. Schellen im Gegensatz zu Glocken und Ketten bilden das Geläut der Schiachpercht. Eventuelle Begleiter der Schiachpercht sind Zapfenmandl, Schleifer und Metzger. Das sind furchtlose Männer, die vor allem in den Wäldern gewohnt haben.
Auch die Schiachpercht ist keine böse Gestalt, sondern ihr Treiben gilt als Glücks- und Fruchtbarkeitsritual.
Im Laufe der Zeit mischten sich immer mehr, zum Teil mystische Gestalten in die Gruppen. Die "Hobagas, die Zapfenmandl", die Hexen, der Tod.
Die Hobagas ist eine Mischfigur zwischen Ziege und Vogel, die symbolgemäß Parallelen erkennen lässt. Die Hexen bzw. der Tod wurden erst später von gewissen anderen Brauchtumsaktivitäten in den Perchtenlauf mit eingebunden. Sie spielen eine untergeordnete Rolle. So fegen zum Beispiel die Hexen eine Stube aus, dies symbolisiert das Böse aus dem Haus zu kehren.
Die Sage berichtet, dass Frau Percht durch das Tal zieht, die Fleißigen beschenkt und den Faulen mit der Schere den Bauch aufschlitzt.
(Quelle www.filzmooser-perchten.at)

Die Filzmooser PerchtenDie Filzmooser Perchten

Diese und mehr Fotos könnt ihr im Album "Die Filzmooser Perchten" anschauen.


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